Amazon Prime für Verkäufer: Wie man Amazon Prime-Seller wird und was es bringt

Prime-Vorteile (Grafik von amazon.de)

Amazon gilt als eines der Unternehmen mit der besten Kundenorientierung. Ob bei der Kaufabwicklung oder bei Retouren bis hin zur Bewertung: Alles ist darauf ausgelegt, reibungslos zu funktionieren. Leichte Bedienbarkeit und die Bequemlichkeit des Kunden stehen klar im Mittelpunkt. Noch stärker tritt die Kundenzentrierung innerhalb der kostenpflichtigen Prime-Mitgliedschaft auf. Amazon Prime eröffnet Kunden nicht nur den Zugang zu einer Streaming-Mediathek mit Musik und Filmen, sondern erlaubt es ihnen auch, Artikel „kostenlos“ mit Premium-Versand zu bestellen.

Welche Vorteile bietet Prime für Seller?

Filtern nach PrimeSchneller Versand und ein kostenloses Streamingportal für jährliche Kosten von derzeit (Stand: Juli 2017) rund 70 EUR sind anscheinend für viele Kunden attraktiv. Genauso wie die Anzahl der Prime-Nutzer gehen auch die Verkäufe durch Prime-Sales stark nach oben (Quelle). Wer Prime hat, kauft bei Amazon oft mehr Artikel als der Durchschnittnutzer.

Für Euch als Amazon-Verkäufer bedeutet das erstens einen wichtigen psychologischen Faktor: Der Prime-Nutzer fühlt sich mit den in seiner Mitgliedschaft enthaltenen Services wohl. Nicht Teil davon zu sein, ist für Amazon-Seller eine verpasste Gelegenheit (so wie es für den Kunden eine verpasste Gelegenheit ist, nicht bei Amazon zu kaufen, wenn er doch über eine Prime-Mitgliedschaft verfügt).

Wer blitzschnellen Versand gewohnt ist oder konkret wünscht, ärgert sich, wenn ein Verkäufer keine Prime-Produkte anbieten kann und bestellt evtl. bei einem anderen Händler oder kauft ein anderes Produkt.

Daher ist der Faktor Prime auch ein Schlüsselelement beim Verständnis des BuyBox-Algorithmus, der definiert, welches Angebot neben dem Warenkorb-Feld angezeigt wird. Neben dem psychologischen kommt also ein technologischer Aspekt hinzu: Amazon spielt eure Produkte und Angebote besser aus, wenn Ihr sie mit Prime anbietet.

Es besteht auch die Möglichkeit, auf Amazon Nicht-Prime-Angebote auszublenden:

Prime Fidget Spinner
Obwohl es ein günstigeres Angebot gibt…
Prime Fidget Spinner 2
…wird bei Amazon die teurere Prime-Version ausgespielt. Der Verkäufer „hat die BuyBox“.

Amazon Prime-Versand: Was sind FBA und FBM?

Während der sogenannte Versand via Amazon Prime früher auf von Amazon direkt verkaufte Artikel beschränkt war, haben heute auch Händler die Möglichkeit, das Logistiksystem von Amazon zu nutzen und Kunden ihre Ware extra-schnell und in gewohnter Lieferqualität zukommen zu lassen. Relativ neu ist bei uns in Mitteleuropa aber die Möglichkeit, als Seller im Eigenversand ebenfalls Prime anbieten zu dürfen. In diesem Artikel wollen wir Euch zeigen, wie das jeweilige Prime-Versandmodell für Euch funktionieren kann, was ihr beachten müsst und welche Vor- und Nachteile die Optionen Euch möglicherweise bieten.

Prime mit FBA: Amazon als Logistikzentrum

Früher war es ausschließlich Verkäufern mit FBA-Versand möglich, Artikel mit Prime zu verschicken (und auch heute ist das noch die einfachste Möglichkeit). FBA (Fulfilled by Amazon) heißt so viel wie „durch Amazon versendet“, was den Prozess bereits erklärt: Ihr schickt eure Produkte an ein Amazon-Logistikzentrum (nachdem ihr dort Lagerplatz gemietet habt) und müsst nicht selbst jedes Produkt verschicken. Bei einer Bestellung übernimmt Amazon das automatisch für Euch.

Hinweis: In einem früheren Blogartikel haben wir bereits die Vor- und Nachteile von FBA ausführlicher für Euch aufgelistet.

Besonders komfortabel für den Kunden ist hierbei, dass seine Pakete wie gewohnt über Amazon verschickt werden, d. h. er kann Euer Produkt mit anderen, von Amazon verkauften Produkten gemeinsam in den Warenkorb legen, um Versandkosten zu sparen, ihm steht die Sendungsverfolgung zur Verfügung, und die Lieferung erfolgt in der gewohnten Amazon-Verpackung und -Lieferqualität. Für Euch bedeutet FBA vor allem eine Erleichterung der Lager- und Versandprozesse: Ihr müsst Euch nicht mehr selbst um die Bestellabwicklung kümmern und greift auf Amazons riesiges Logistiknetz zurück.

Link zu Amazons FBA-Seite mit Möglichkeit der Registrierung

Prime mit FBM: Qualifikationen mit Eigenversand

Seit Anfang 2016 haben auch Verkäufer, die ihre Waren selbst versenden, die Möglichkeit, Prime zu verwenden bzw. sich dafür zu qualifizieren. Allerdings wird hier eine makellose Versandhistorie vorausgesetzt, der Verkäufer muss die Möglichkeit haben, das Produkt innerhalb eines Werktags (bzw. je nach Uhrzeit innerhalb von maximal zwei Werktagen) zu liefern. Auch muss der Händler über einen hervorragenden Bewertungsdurchschnitt verfügen, seinen Kunden die Möglichkeit der Sendungsverfolgung zur Verfügung stellen und auch 2-3-Tage Standardversand innerhalb von Deutschland und Österreich anbieten können. Nach der Bewerbung müssen interessierte Seller zusätzlich eine Probephase erfolgreich absolvieren.

Wie wir man Seller mit FBM-Prime:

  • Einwandfreie Versandhistorie im Eigenversand auf Amazon
  • Schnelle Lieferzeiten
  • Hervorragender Bewertungsschnitte bei den Händlerbewertungen
  • Sendungsverfolgungsmöglichkeit für Kunden
  • Erfolgreicher Abschluß der FBM-Prime-Probephase

Mögliche Risiken: Was gilt es zu beachten?

Grundsätzlich ist es für die meisten Verkäufer ratsamer, den Faktor Prime über FBA auszuspielen, da das Anmelde- und Probezeitverfahren viel von euren Logistikzentren abverlangt. Wenn ein Kunde bei Euch ein Produkt mit Prime-Versand bestellt, ist er natürlich sehr viel intoleranter gegenüber Fehlern bei der Lieferung oder gar Verspätungen: Dies könnte für Euren Account tödlich sein.

Für die meisten Verkäufer lohnt es sich eher, Prime über FBA durchzusetzen. Welche Risiken hier auf Euch lauern (insbesondere steuerlich beim Versand ins Ausland), erklären wir Euch in unserem oben verlinkten Blogbeitrag (oder auch gerne in einem persönlichen Coaching). Bitte beachtet, dass Amazon FBA natürlich nicht kostenlos ist und ihr die Gebühren in Euren Verkaufspreis mit einkalkulieren müsst. Auch müssen beim Versand eurer Produkte an Amazon spezifische Richtlinien eingehalten werden (z.B. das individuelle Labeln aller Produkte).
Für „Teilzeit“-Amazonverkäufer lohnt sich FBA aufgrund der hohen Kosten und anderer Hürden oft eher nicht.

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