Feedback-Management durch Kibly: Bringt das Tool mehr Bewertungen auf Amazon?

Detailansicht auf dem Dashboard

Rezensionen auf Amazon: Eine Problemstellung für viele Seller

Jeder Amazon-Verkäufer kennt das Problem: Zufriedene Kunden hinterlassen nicht so oft Feedback als Unzufriedene. Psychologisch gesehen ist das nachvollziehbar: Wut über ein defektes Produkt oder eine fehlerhafte Lieferung motivieren einen eher, als eine Bestellung, bei der wie fast immer alles in Ordnung war. Das kann problematisch sein, denn Seller-Rezensionen sind für den Gewinn der BuyBox obligatorisch, während ein mit durchschnittlich 4 Sternen bewertetes Produkt bereits viel weniger geklickt wird als eines mit 4,5 Sternen.
Oft hilft es jedoch, zufriedene Kunden zu einer Bewertung aufzufordern. Vor allem für größere Seller ist das aber per Hand im Grunde nicht leistbar. Mit Kibly* gibt es nun ein weiteres Tool auf dem Markt, durch das die Anzahl von 5-Sterne-Rezensionen vergrößert werden soll. Doch was leistet der Drittanbieter tatsächlich? Wir haben das Interface für euch ausführlich getestet.

 

Auswahl des Preismodells

Preismodell des Feedback-Tools
Die drei Preismodelle von Kibly

Nach einem Klick auf die Kibly-Startseite* wird uns zuerst ein 14-tägiger, kostenloser Testzeitraum angeboten. Als Tarife stehen „Small Business“, „Professional“ und „Extreme Seller“ zur Verfügung. Diese unterscheiden sich durch die Anzahl der E-Mails, die pro Monat verschickt werden können: $37 für 6.000, $97 für 30.000 und $297 für 120.000 Mails. Kibly liegt damit preislich im unteren Bereich: Vergleichbare Tools wie Salesbacker oder Feedback Genius sind derzeit (Stand: April 2017) teilweise doppelt oder fast viermal so teuer.
Allerdings finden wir es etwas schade, dass es keine kostenfreie Variante im Rahmen eines Freemium-Modells gibt. Bei Salesbacker können kleine Seller z.B. 120 Mails pro Monat kostenlos verschicken.

Interface und Bedienung

Der erste Start

Kibly - Start-Interface
Das Interface von Kibly ist einfach gestaltet und überzeugt durch seine reduzierte Oberfläche.

Der erste Eindruck ist sehr positiv: Die Einarbeitung in das Tool ist simpel und geht relativ schnell. Eine übersichtliche Oberfläche mit viel freiem Raum und großen Buttons erleichtert das Zurechtfinden. Allerdings stießen wir relativ schnell auf einige Bugs, zum Beispiel Seitenabstürze und eingefrorene Oberflächen. Da Kibly gerade erst gestartet ist, gehen wir davon aus, dass diese Probleme in Zukunft behoben werden.
Kibly gibt an, dass die Ersteinstellung im Rahmen eines „3 Minute Setup“ funktionieren soll. Nach dem Login begrüßt uns ein Pop-Up mit einem kurzen Tutorial-Video, das allerdings fast 8 Minuten lang ist 🙂
Auf dem Dashboard sehen wir zuerst eine Statistik der versendeten E-Mails und können unter anderem auslesen, wie viele davon tatsächlich geöffnet worden sind und wie viele Adressaten den Link geklickt (und damit wahrscheinlich Feedback abgegeben) haben. Eine sehr nützliche Funktion, die es uns erlaubt, die Effektivität unserer Textvorlage zu überprüfen.

Detailansicht auf dem Dashboard
Einfaches Auslesen der relevanten Statistiken

 

Der Template-Builder

Mithilfe des Template-Builders können wir E-Mail-Vorlagen bauen. Platzhalter wie @BUYERFIRSTNAME oder @YOURNAME erlauben eine Personalisierung der Mail. Im Idealfall merkt der Kunde gar nicht, dass wir seine Nachricht automatisch erstellt haben. 😉
Das System ist dabei selbsterklärend, ein WYSIWYG-Editor vereinfacht die Sache zusätzlich.
Besonders gut gefällt uns, dass wir über den „E-Mail Scheduler“ Nachrichten zu verschiedenen Anlässen erstellen und zeitlich planen können. Z.B. direkt nach dem Kauf eine kurzes Dankeschön, ein paar Tage später eine kurze Aufforderung zur Bewertung etc.
Da wir auch verschiedene E-Mail-Kampagnen erstellen können, sind wir dazu in der Lage, bestimmte strategische Produkte zu forcieren und so schneller Bewertungen zu sammeln.

Der Feedback-Assistent von Kibly
Der Feedback-Assistent von Kibly bietet ebenfalls nützliche Funktionen

Mithilfe des Feedback-Assistenten können wir E-Mail-Alarme bei negativen Bewertungen abonnieren und Negativ-Rezensenten automatisch von unserer Liste streichen. Zusätzlich können wir eine recht übersichtliche Tabelle einsehen, in der wir den Feedback-Verlauf beobachten können.
Auch über das Ranking in der jeweiligen Produktkategorie informiert uns eine Statistik, anscheinend jedoch lediglich im Bezug auf die oberste Ebene (wir sehen bei einer Hose z.B. das Ranking in der Kategorie Bekleidung, aber nicht in der Subkategorie Hosen…)
Hier wäre noch etwas Feinarbeit gefragt. Allerdings sehen wir diese Features auch eher als Bonus: Die Hauptfunktion von Kibly, das Versenden von Reminder-E-Mails, funktioniert hervorragend.

 

Effektivität und Fazit

Mit Kibly ist ein relativ neuer Anbieter auf dem Markt, der automatisierte Reminder-Mails für Amazon verschickt, und das zu einem deutlich günstigerem Preis als viele Konkurrenten. Obwohl die Stabilität der Oberfläche und die zusätzlichen Funktionen uns noch nicht zu 100% zufriedenstellen, ist Kibly auf jeden Fall einen Blick Wert und sowohl für größere als auch für kleinere Verkäufer ein enorm nützliches Tool. Während unserer Testphase konnten wir definitiv einen starken bis sehr starken Zuwachs an positivem Feedback verzeichnen. Auch die zahlreichen Möglichkeiten zur Personalisierung haben uns gut gefallen. Lesern, die noch kein automatisiertes Feedback-Tool verwenden, würden wir ein Austesten der Funktionen während des 14-tägigen Probezeitraums* empfehlen.

*Affiliate-Link

 

Klaus Forsthofer

Klaus Forsthofer

Klaus Forsthofer ist Mitbegründer der deutschen ACE Handels- und Entwicklungs GmbH und seit über 5 Jahren erfolgreicher Amazon Anbieter in Europa und Nordamerika. Davor war Klaus bei IBM Learning Services in Wien und dort Trainer für Microsoft-Serverlösungen. 2017 wurde er offizieller Amazon-Coach im Amazon-Programm "Unternehmer der Zukunft" und hält Vorträge, Workshops und Schulungen für Amazon. Er ist Managing Partner von Marktplatz1 und Autor des Marktplatz1-Blogs mit dem Schwerpunkt Amazon.
Klaus Forsthofer

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