Internationalisierung mit Amazon: Die EU-Marktplätze

Deutschland, Frankreich, England, Spanien und Italien: Das sind derzeit die 5 Marktplätze in Europa in denen Amazon seine Waren anbietet und verkauft.

Die europäischen „Big 5“ wurden erst vor kurzem miteinander verbunden und dies ermöglicht es Verkäufern, ihre Waren auch auf den anderen Marktplätzen anzubieten. Durch einen einfachen Datentransfer ist es möglich, Waren die auf dem Heimatmarktplatz angeboten werden, auf die europäischen Marktplätze zu übertragen. Verkäufer erweitern somit ihr Käuferpotenzial um ein Vielfaches. Es kommen nicht nur 4 weitere große Marktplätze hinzu, sondern auch potenzielle Kunden aus Anrainerstaaten, die einen Account im jeweiligen Land erstellt haben. Dies verhält sich ähnlich mit Kunden in Österreich, die  einen deutschen Amazon-Account erstellen und sich die Ware in die Alpenrepublik schicken lassen.

Amazon bietet dieses Angebot bisher für seine Seller auf der Plattform nahezu kostenlos an. Lediglich eine Grundgebühr von knapp 40 EUR fällt für die europäischen Marktplätze an. Seller sollten sich jedoch intensiv mit den „Verkäuferrichtlinien“ und den landestypischen Gegebenheiten vertraut machen. Zum Beispiel sollte beim Eigenversand eines Artikels zu einem ausländischen Kunden sichergestellt werden, dass der Kunde entweder die Ware gratis retournieren kann oder dass es eine Adresse im jeweiligen Land gibt zu der er die Ware schicken kann. Des Weiteren sollten Verkäufer dafür sorgen, dass die Angebote in die jeweilige Sprache übersetzt werden. Ein Angebot in deutscher Sprache werden Sie auf dem italienischen Marktplatz nicht verkaufen können. Externe Agenturen können hier helfen, die Texte zu übersetzen. Händler können den europäischen Verkauf ihrer Waren auf Amazon auch als Pilotprojekt für eine spätere Unternehmensgründung im Ausland sehen. So können Produkte schon einmal außerhalb des eigenen Marktes getestet werden und außerdem können so bestehende interne Strukturen genutzt werden, um erfolgreich international durchzustarten.

Amazon bietet Ihnen die Möglichkeit die Ware auf 3 verschiedene Wege zu vertreiben:

1. Eigenversand
Das ist mit Sicherheit die leichteste Art seine Waren auf Amazon zu verkaufen. Durch einige Klicks kann man das Angebot erstellen oder auf bestehende Angebote „anhängen“. Beim Anbieten der Waren auf europäischen Marktplätzen sollte jedoch strengstens auf die Erhöhung der Versandkosten geachtet werden, da der Verkauf ansonsten unrentabel wird.

2. Prime (Inland)
Wenns Sie die Ware via Prime anbieten gibt es schon die bekannten Vorteile. Kunden erhalten die Ware beschleunigt, meist innerhalb von 1 Tag. Zudem gibt es Vorteile, die Ihnen helfen die Buybox zu erhalten. Durch die Buybox erhöht sich die Chance den Artikel zu verkaufen um bis zu 90 Prozent. Wie schon oben beschrieben können Sie die bei Amazon eingelagerten Bestände auch auf die europäischen Marktplätzen übertragen. Somit wird der Artikel dann auch auf einem europäischen Marktplatz via Prime angeboten. Achtung: Hier entstehen höhere Gebühren, die Amazon für den Versand veranschlagt und außerdem ist die Lieferzeit länger, um 2-3 Tage. Zudem erhalten Sie weniger den Platz in der Buybox gegenüber Verkäufern, die ihre Ware im jeweiligen Land in ein Amazon-Lager eingelagert haben.

3. Prime (Ausland)
Wenn Sie die Ware in einem ausländischen Amazon-Warenhaus einlagern haben Sie die größten Chancen auf hohe Absatzzahlen. Sie können mit dieser Maßnahme dem Kunden die Ware innerhalb von Stunden zukommen lassen, zudem erhalten Sie des Öfteren die Buybox. Hier ist natürlich vorausgesetzt, dass der angebotene Preis nicht viel höher ist als der der Konkurrenz.
Wichtig: Wenn Sie Ware in einem ausländischen Marktplatz lagern und verkaufen sollten sie sich mit den steuerrechtlichen Gegebenheiten auseinandersetzen. Sie sollten sie sogar beim jeweiligen Fiskus melden, um Strafen oder hohe Nachzahlungen zu vermeiden. Hier werden Partneragenturen von Amazon angeboten, die Ihnen dabei helfen können.

Die „Europärisierung“ der eigenen Produkte ist ein notwendiger Schritt, um mit den Veränderungen der Marktsituationen und der Konkurrenz Schritt halten zu können. Nur die ständige Arbeit und Reflexion am eigenen Sortiment und Service wird auf Dauer von Erfolg gekrönt sein.

Klaus Forsthofer

Klaus Forsthofer

Klaus Forsthofer ist Mitbegründer der deutschen ACE Handels- und Entwicklungs GmbH und seit über 5 Jahren erfolgreicher Amazon Anbieter in Europa und Nordamerika. Davor war Klaus bei IBM Learning Services in Wien und dort Trainer für Microsoft-Serverlösungen. 2017 wurde er offizieller Amazon-Coach im Amazon-Programm "Unternehmer der Zukunft" und hält Vorträge, Workshops und Schulungen für Amazon. Er ist Managing Partner von Marktplatz1 und Autor des Marktplatz1-Blogs mit dem Schwerpunkt Amazon.
Klaus Forsthofer

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